VAN DYCK: Das heißt, du stehst hinter der Kaffeemaschine und sie stellt ihre Kunst aus?
Tim: Ja genau. Und zusätzlich verkaufen auch ganz verschiedene lokale Brands ihre Produkte bei uns. Silvia bietet mittlerweile Kunstworkshops an, gleich gegenüber in dem hi daisy atelier, was wir seit Mai 2025 angemietet haben und wo ich auch bald meine erste Barista-Schulung gebe.
VAN DYCK: Das Kaffeehandwerk hast du dir also selbst beigebracht?
Tim: Zum Teil ja. Ich habe zu Hause sehr viel herumprobiert, aber auch viele Barista-Kurse besucht, um das Handwerk zu lernen. Zwischenzeitlich habe ich zusätzlich in einer Bäckerei gearbeitet, wo es eigentlich vorrangig um das Verkaufen von Backwaren und Kuchen ging. Die Ansprüche an Kaffee waren dort nicht sehr hoch. Für mich war es aber ein tolles Lernfeld. Ich habe da täglich meine dreißig bis vierzig Cappuccini gemacht und als ich dann plötzlich ein Herz mit der Milch hinbekommen habe, haben sich die Gäste total gefreut. Ich mache mir aber keinen Druck der perfekte Latte Art-Künstler zu werden. Mit einem Herz sind die meisten meiner Gäste mehr als zufrieden.
VAN DYCK: Bekannt seid ihr ja auch für euren Matcha. Wie kam es denn dazu?
Tim: Das war Zufall und auch ein bisschen Glück. Ich habe mich früher nie mit dem Thema Matcha beschäftigt, hatte eigentlich auch nicht vor ihn auf die Karte zu setzen. Dann kamen aber immer mal wieder Nachfragen von Stammkunden, die als Alternative zum Kaffee gerne hin und wieder einen Matcha trinken würden. Also habe ich mich da mal reingelesen und mir nach etwas Recherche einen Matcha im Internet bestellt, der BIO und von guter Qualität sein sollte. Keine zwei Wochen darauf habe ich mich dann mit einer Kundin darüber unterhalten und sie hat mich darauf aufmerksam gemacht, wie viel versteckter Zucker in diesem Matcha steckte und dass er gar nicht so BIO ist, wie ich dachte. Wie der Zufall es wollte, vertreibt sie mit Glowy Matcha ihre eigenen hochwertigen Matcha Sorten und seitdem bestelle ich nur noch bei ihr, was total schön ist, weil sie auch eine Kölner Kleinunternehmerin ist, die ihr Produkt mit viel Leidenschaft und Wissen vertreibt. Da es die Sorte Matcha, die wir von ihr beziehen, nur exklusiv bei uns gibt, konnten wir mit ihr – genauso wie mit VAN DYCK mit dem daisy blend – unsere eigene Daily Daisy Matcha Verpackung mit Kunstwerken von Silvia kreieren.
VAN DYCK: Was gibt es denn mittlerweile so für Matcha-Kreationen auf deiner Karte?
Tim: Angefangen habe ich mit dem Strawberry Matcha, weil damit der generelle Matcha-Trend losging. Nach kürzester Zeit kam auch Matcha mit Mangopüree dazu und mittlerweile haben wir auch noch Himbeere. Seit einigen Monaten ist auch die Kombination aus Kokoswasser – auch von einer Kölner Brand – mit einem Matcha-Shot als noch gesündere Variante sehr beliebt und für die kalten Jahreszeiten Matcha mit Chaisirup.
VAN DYCK: Und machst du jeden Matcha frisch?
Tim: Ja. Ich weiß, dass mittlerweile viele Cafés ihren Matcha vormischen, aber das bringe ich nicht übers Herz. Beim Kaffee macht man sich ja auch die Mühe, mahlt, wiegt, levelt, tampered und kontrolliert den Output. Ich würde den VAN DYCK-Kaffee ja auch ohne das Brührezept zu berücksichtigen durchlaufen lassen, dafür ist er viel zu hochwertig und ein perfekter Espresso-Shot mir viel zu wichtig.
VAN DYCK: Dann bist du mit dem Kaffee zufrieden?
Tim: Vollkommen. Ich schätze es sehr, dass das VAN DYCK Wert auf BIO- und Fairtrade-Standards legt, das ist auch mir sehr wichtig. Außerdem bin ich total zufrieden mit der Kommunikation, der Zuverlässigkeit und dem kurzen Lieferweg. Ich musste noch nie lange auf die nächste Bestellung warten, das macht im Arbeitsalltag so Vieles einfacher. Eine sehr schöne Bestätigung für VAN DYCK, mich und alle meine lieben Gäste, die den Kaffee ebenfalls lieben, gab es jetzt kürzlich, als unser daisy blend (Dark Roast) in einem großen Geschmackstest von Leserinnen und Lesern des Crema Magazins zum Espresso des Jahres 2025 gewählt wurde.
VAN DYCK: Das freut uns zu hören. Du bist ja hier alleine im Laden. Wie schaffst du des ruhig zu bleiben, wenn der Andrang groß ist?
Tim: Ich mache alles so schnell es geht aber nur so schnell, dass alles vernünftig abläuft. Hier ist eigentlich immer was los, so dass die Leute schon von draußen sehen, dass sie einen Moment warten müssen. Und die meisten nehmen das gerne und Kauf und wissen es auch zu schätzen, wenn der Kaffee oder der Matcha auch in Momenten, in denen es im Café voll ist, so gut schmeckt, wie immer. Das braucht eben seine Zeit, aber ich bekomme sehr häufig das Feedback, dass es bei mir nicht nennenswert länger dauert, bis man sein Getränk in der Hand hält, als in anderen Cafés.