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Drip it like it’s hot: Die große Aromenvielfalt lernst du beim Filterkaffee kennen

Filterkaffee bringt die feinen Aromen richtig schön zur Geltung und hat für uns etwas wunderbar Entschleunigendes. Das Aufbrühen von einer Tasse Kaffee am Morgen gleicht einem Ritual. Wasser, Kaffee und Zeit. Vielleicht ist es genau das, was wir daran so lieben: Gefilterter Kaffee zwingt uns, langsamer zu werden, genauer hinzuschauen und vor allem zu schmecken.

Unser Röster Rolf formuliert es treffend: „Die wirklich große Vielfalt habe ich beim Filterkaffee kennengelernt.“ Wer sich intensiv mit Kaffee beschäftigt, landet also früher oder später hier: beim Filterkaffee.

Filterkaffee erzählt mehr von dem, was vorher schon da war

Fragt man Rolf, warum er heute so gern Filterkaffee trinkt, muss er nicht lange überlegen: „Ich habe mich immer lieber mit Espresso beschäftigt. Erst als ich mich mit den Einzelheiten der Sensorik auseinandergesetzt habe, kam ich um den Filterkaffee nicht mehr herum. Beim klassischen Espresso lernst du eher Röstaromen kennen, also das, was der Röster aus dem Kaffee herausholt. Die Aromenvielfalt ist im Vergleich zum Filterkaffee aber relativ begrenzt. Die wirklich große Vielfalt habe ich beim Filterkaffee kennengelernt.“

Was eine gute Filterröstung ausmacht

Rolf beschreibt das so: „Es fängt damit an, dass die Balance zwischen Säure, Süße und Bitterkeit stimmen muss. Nichts davon darf hervorstechen. Wenn ein Lied im Radio läuft, darf die Gitarre auch nicht zu laut sein. Harmonie ist das Stichwort.
Dann kommen die Aromen dazu, die nicht über die Zunge, sondern über die Nase wahrgenommen werden. Und dann macht für mich eine gute Filterröstung aus, dass da Aromen zu finden sind, die ich gerne mag.
Wenn der Kaffee nach Tomate schmeckt, ist das nicht mein Ding. Wenn er aber nach Heidelbeere schmeckt, dann finde ich das hervorragend. Wenn er es dann noch schafft, sich weich um die Zunge zu legen und lange im Mund zu bleiben, dann ist das für mich ein guter Filterkaffee.“

Unsere Filterkaffees

Filterkaffee spielt in unserem Sortiment eine große Rolle. Aktuell haben wir vier Filterröstungen und 2 sogenannte Omni Roasts im Programm. Dazu kommt noch unser entkoffeinierter Libero, den es als Filter- und als Espressoröstung gibt. Während unsere Filterröstungen gezielt für Handfilter, Pour Over & Co. entwickelt wurden, funktioniert ein Omni Roast sowohl als Filterkaffee als auch als Espresso.
Jede Röstung bringt ihren eigenen Charakter mit: mal hell geröstet und fruchtbetont, mal voluminös und nussig mit viel Körper.

Für unsere Barista Tina gehört die Filterröstung 407 zu den Kaffees, die sie immer wieder gern zubereitet, weil sie einfach angenehm rund und ausgewogen ist. Was Tina besonders mag sind die feinen Noten von Orange, Honig und Mandeln. Der Bio-Arabica aus Guatemala stammt aus der Region Huehuetenango.
Mayas aus dem Team in Mülheim trinkt am liebsten Champagne Supernova als Filter aufgebrüht. Der Omni Roast bringt eine angenehm runde, leicht süßliche Note mit, die sowohl als Filter wie auch als Espresso richtig gut funktioniert. Sanft, nussig, lebendig.
Dann gibt es da noch unsere Röstung Heimspiel, ein großartiger peruanischer Arabica mit einer feinen Würze und angenehmen Säure.
Der Verde aus dem Hochland von Honduras ist ein milder, ausgewogener Arabica mit feiner Säure, unkompliziert und wunderbarer für jeden Tag.
Der Rosso ist ein brillianter und voluminöser Hochlandkaffee aus Äthiopien. Würzig, fruchtig, schokoladig. Bereitet man ihn gut zu, wird man mit feinen Gewürznoten und einer ausgewogenen Säure und Süße belohnt.
Unser neuer  Omni Roast Roasters Choice No. 04 kommt aus Honduras und erinnert als Filter aufgebrüht an getrocknete Steinfrüchte wie Mango und Papaya und an Muskat.

Zubereitung: Warum Präzision den Unterschied macht

Filterkaffee aufzubrühen wirkt simpel, ist es aber nur auf den ersten Blick. Was oft unterschätzt wird, erklärt Rolf so: „Präzision. Ganz einfach. Ich brauche eine Waage, die auf das Zehntelgramm genau misst und eine Stoppuhr hat. Eine Mühle, meinen Kaffee, einen Filter und einen Wasserkocher, der bei 95 Grad endet. Filterkaffee zubereiten ist mehr, als nur heißes Wasser über gemahlenen Kaffee zu kippen. Aber es lohnt sich, fast immer.“

Guter Filterkaffee ist kein Hexenwerk. Aber ein paar Dinge helfen, damit er richtig gut schmeckt:

Menge:
Ein guter Richtwert: 
15 g Kaffeemehl auf 250 ml Wasser. Am besten mittlere Mahlung verwenden.

Zeit:
Die Kontaktzeit von Wasser und Kaffee sollte 
mindestens 2:30 Minuten betragen, sonst bleibt’s dünn.

Temperatur:
91–96 °C sind ideal. Hellere Röstungen vertragen etwas mehr Hitze, dunklere lieber etwas weniger. Tipp: Wasser nach dem Aufkochen einfach 1–2 Minuten stehen lassen.

Zubereitung:
Filterpapier vorher anfeuchten, dann das Kaffeemehl einfüllen und mit wenig Wasser zum „Bloomen“ aufgießen, das lässt den Kaffee aufquellen. Nach 30 Sekunden das restliche Wasser langsam und in Kreisen nachgießen.

Diese Anleitung passt z. B. für den Kalita Handfilter. In der French Press oder AeroPress läuft’s etwas anders. Erklären wir dir aber auch sehr gern, sprich uns einfach an!

Fazit

Filterkaffee ist oft der Punkt, an dem sich der Blick verändert: weg von „schmeckt gut“ hin zu „was schmecke ich hier eigentlich?“. Wer sich auf Filterkaffee im Specialty Coffee Segment einlässt, entdeckt genau das, was Kaffee so spannend macht: Vielfalt, Nuancen und überraschend klare Aromen. Und vielleicht ist das der Grund, warum man – einmal damit angefangen – immer wieder zu ihm zurückkommt.

Fotos: Tom Tietz

VAN DYCK Filterröstungen

Dieser Beitrag wurde verfasst von:
Die Mitarbeiterin Charlotte lächelt in die Kamera
Charlotte Hildebrand – Marketing Managerin bei VAN DYCK